Theater + Gespräch NS-Untersuchungsausschuss Entschädigung geerbte Möbel

Sa. 26.09.2015   20:00->Heimathafen Neukölln , Neukölln

Offene Gesprächstische zu AKTION N!

73 Jahre nach der Ermordung der jüdischen Familie Pese schlägt eine Gruppe Neuköllner deren Akte auf und findet sich im gigantischen System der „Vermögensverwertung“ wieder: Im Anschluss an die Vorstellung werden vier Gesprächstische eröffnet.

1 Und ganz nebenbei: Woher stammt eigentlich der schöne alte Stuhl, den ich neulich beim Trödler in der Richardstraße gekauft habe? 2 Stefanie Aehnelt, Künstlerische Leitung/Geschäftsführung in Heimathafen Neukölln3 Nathalie Frank, Modulleitung Theaterscoutings
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Wiedergutmachung, Entschädigung, Familienbesitz, geerbte Möbel - Fast jeder kennt dazu auch eine Geschichte aus seiner Familie. Es ist ein sehr persönliches und noch lange nicht abgeschlossenes Thema. Im Anschluss an die Vorstellung werden im Saal vier Gesprächstische mit je einem Darsteller und einem Teammitglied eröffnet. Jeder kann dann in kleiner Runde Fragen zum Thema und insbesondere zu der Stückentwicklung von Aktion N! stellen. Wir sind gespannt auf die Gespräche!

Die Tickets (12-16 €) inkl. der kostenlosen Teilnahme am Gespräch können Sie nun auch direkt über Theaterscoutings reservieren! Schreiben Sie einfach (bis einen Tag vor der Vorstellung) eine Email mit der gewünschten Anzahl an Tickets an reservierung(at)theaterscoutings-berlin.de.
Natürlich sind auch spontane BesucherInnen herzlich willkommen, allerdings ohne Kartengarantie für die Vorstellung.

Ablauf:
20:00 Vorstellung 
im Anschluss Gespräch
Fragen? Die Personen mit den pinken Theaterscoutings-Buttons sind vor Ort für Sie da. 

Karten-Telefon: 030/ 56 82 13 33
Karten per E-Mail: karten(at)heimathafen-neukoelln.de

wann: Sa. 26.09.2015   20:00

wo: Heimathafen Neukölln
Karl-Marx-Straße 141, Neukölln, 12043 Berlin (Auf Stadtplan zeigen.)

Über den Veranstaltungsort:

der Heimathafen Neukölln

Der Heimathafen Neukölln steht seit 2009 für neues Volkstheater aus Berlin. Mit einem vielfältigen Programm aus Schauspielproduktionen, Musiktheater, Konzerten, Lesungen und neuen Show-Formaten hat der Heimathafen dem vielschichtigen Bezirk Neukölln eine Stimme verliehen - geprägt von einem Crossover an Stilen, Genres und Kulturen. Neukölln und die Neuköllner stehen dabei im Mittelpunkt der Eigenproduktionen. Die Neuköllner Vergangenheit als Arbeiterbezirk und verruchtes Vergnügungsviertel findet seinen Ausdruck in Altberliner Volksstücken und rotzigen Revuen.

www.heimathafen-neukoelln.de  

Über die Vorstellung:

AKTION N !

Eine Familie namens Pese verschwindet und alles, was bleibt, ist: 1 Schreibtisch, 1 Schreibtisch-Sessel, 1 dreiteiliger Ankleideschrank mit Spiegel, 2 Bettkästen, 1 Waschtoilette ohne Oberteil, 1 Stehlampe mit Birne, 1 Papierkorb, 4 Herrenhosen, 4 Herrenwesten, 2 Herrenjacketts…Gesamtwert 654,50 Reichsmark. Geschätzt von einem Gerichtsvollzieher, eingezogen zu Gunsten des deutschen Reiches, eingelagert im Städtischen Saalbau in der Bergstr. 147. Familie Pese ist schon längst deportiert und ermordet, während ihre Möbel hier auf den Eintritt in die nationalsozialistische Verwertungskette warten: Den Verkauf an Nachbarn und den Einsatz in Behörden.
Im gleichen Saal, dem heutigen Heimathafen Neukölln, wird 73 Jahre später ein Untersuchungsausschuss einberufen: eine Gruppe Neuköllner schlägt die Akte Pese auf und findet sich im gigantischen System der „Vermögensverwertung“ wieder. Sie hören Zeugen, Opfer, Akten, Experten, Gesetze, Täter und Nicht-Täter und spinnen die Fäden weiter bis ins Heute. Eine Annäherung an den Kreislauf von Schuld und Schulden, Vermögen und Unvermögen.

Über die Regisseurin:

Stefanie Aehnelt

Künstlerische Leitung/Geschäftsführung in Heimathafen Neukölln
Information aus ;Seit wann arbeitest Du beim Heimathafen?Von Anfang an - seit Frühjahr 2007. Im Landesarchiv Berlin habe ich in alten Akten der Theaterpolizei gestöbert und das erste Heimathafen-Stück "Alle fürchten sich oder die Hasen in der Hasenheide" gefunden.Wo verbringst Du am liebsten Deine Mittagspause?Im türkischen Café Elit Simit Karl-Marx-Straße/Ecke Ganghoferstraße. Da kommen alle hin, Türken und Deutsche, Rentner und Studenten - das ist selten. Und die Kumpir (gefüllte Kartoffel) ist richtig lecker.

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